1997

 

Ehemaliger Tagebau Rösa – heute Seelhausener See

 

Das Jahr 1997 – Restloch Rösa bei Löbnitz (Sachsen)

Bereich des ehemaligen Braunkohletagbaus Restlochs Rösa bei Löbnitz in Sachsen.
Hier wurde die letzte Kohle gefördert und damit ein bedeutendes Kapitel der regionalen Bergbaugeschichte abgeschlossen.

Auch Jahre später waren die freigelegten Kohleflöze noch deutlich im Gelände erkennbar. Die sichtbaren Schichten zeigten eindrucksvoll die geologischen Formationen, die über Millionen von Jahren entstanden waren und durch den Tagebau freigelegt wurden.

Das Gebiet befand sich zu dieser Zeit bereits im Übergang von der industriell geprägten Bergbaulandschaft hin zur späteren Seenlandschaft, aus der schließlich der heutige Seelhausener See hervorging.

 

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Das Baufeld Rösa

Das Baufeld Rösa war geprägt von großflächigen Tagebauarbeiten und dem Einsatz schwerer Technik. Im Zentrum stand der Bagger, der kontinuierlich Kohle und Abraum gewann und damit den Abbau vorantrieb.

Entlang der Arbeitsbereiche verliefen Gleisanlagen für Kohle- und Abraumzüge. Über diese Schienen wurden die geförderte Braunkohle sowie das anfallende Erdreich zuverlässig abtransportiert. Die Kombination aus Baggertechnik und Schienenlogistik bildete das Rückgrat des Tagebaubetriebes im Bereich Rösa.

Heute erinnert nur noch wenig an diese industrielle Infrastruktur – die einstigen Arbeitsflächen sind Teil der rekultivierten Landschaft rund um den Seelhausener See geworden.

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Das Baufeld Rösa mit dem Bagger

Im Baufeld Rösa prägte der mächtige Bagger über Jahre hinweg das Landschaftsbild. Mit seinem rotierenden Schaufelrad gewann er unaufhörlich Kohle und Abraum und veränderte dabei Meter für Meter das Gelände.

Die Maschine arbeitete im Verbund mit Förderanlagen und Transporttechnik und war ein zentrales Element des Tagebaubetriebs. Wo einst der Bagger im Einsatz stand, befindet sich heute eine rekultivierte Landschaft, die an die bewegte Bergbaugeschichte der Region erinnert.

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Ehemalige Wasserhaltung LWH 2 Rösa

Die Wasserhaltung LWH 2 Rösa diente während des aktiven Tagebaubetriebs der Ableitung von anfallendem Oberflächenwasser. Das im Tagebauloch gesammelte Wasser wurde über drei elektrische Pumpen mit einer Leistung von jeweils 200 kW abgepumpt.

Anschließend wurde das Wasser durch eine rund 600 Millimeter starke Rohrleitung in den Lober-Leine-Kanal gefördert. Diese technische Anlage war ein wichtiger Bestandteil des Entwässerungssystems und stellte sicher, dass der Tagebau trocken und betriebsfähig blieb.

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Einzigartige Landschaften aus Pflanzen, Sand und Gestein, die sich während der Tagebauzeit und der anschließenden Rekultivierungsphase gebildet hatten, liegen heute unter der Wasseroberfläche des Seelhausener Sees verborgen.

Was einst eine offene, vielgestaltige Landschaft mit besonderen Bodenformationen und Pioniervegetation war, ist durch die Flutung Teil der heutigen Seenlandschaft geworden. Unter dem ruhigen Wasserspiegel befinden sich damit nicht nur ehemalige Abbauflächen, sondern auch Spuren einer Übergangszeit, in der sich Natur und Bergbaugeschichte begegneten.