Schaufelradbagger 1521 – Muldeüberquerung 1988 bei Rösa
Im Jahr 1988 bot sich bei Rösa ein eindrucksvolles Bild der damaligen Tagebautechnik: Der Schaufelradbagger 1521 überquerte die Mulde auf seinem Weg von der Goitzsche in Richtung Tagebau Golpa-Nord. Dieses außergewöhnliche Manöver war Teil der großräumigen Umstrukturierung der Bergbauflächen in der Region.
Die Überführung eines solchen Giganten war eine technische Meisterleistung. Meter für Meter bewegte sich die tonnenschwere Maschine über vorbereitete Trassen und eigens geschaffene Übergänge. Die Querung der Mulde stellte dabei eine besondere Herausforderung dar, die präzise Planung und Koordination erforderte.
Ziel war der Tagebau Golpa-Nord, der heute als Gremminer See bekannt ist. Auf einer Halbinsel dieses Sees befindet sich mittlerweile Ferropolis – die „Stadt aus Eisen“, in der ehemalige Tagebaugroßgeräte als imposante Industriedenkmäler erhalten geblieben sind.
Die Muldeüberquerung des Schaufelradbaggers 1521 steht rückblickend sinnbildlich für eine Epoche, in der gewaltige Technik die Landschaft prägte – und zugleich für den tiefgreifenden Wandel, der aus der einstigen Bergbauregion eine vielfältige Seenlandschaft entstehen ließ.
Schaufelradbagger 1942 im Tagebau Rösa bei Sausedlitz
Der Schaufelradbagger 1942 prägte über Jahre hinweg das Baufeld des Tagebaus Rösa in der Nähe von Sausedlitz. Als eines der zentralen Großgeräte im Braunkohleabbau war er maßgeblich an der Gewinnung und Förderung der Rohbraunkohle beteiligt.
Mit seinem gewaltigen Schaufelrad trug die Maschine kontinuierlich Abraum und Kohle ab und veränderte dabei Stück für Stück die Landschaft. Der Einsatz solcher Großtechnik erforderte eine präzise Abstimmung zwischen Förderbrücken, Bandanlagen und weiteren Maschinen im Tagebauverbund.
Das Gebiet rund um Sausedlitz war in dieser Zeit stark vom Bergbau geprägt. Wo einst der Schaufelradbagger 1942 arbeitete, entstanden nach dem Ende des Abbaus rekultivierte Flächen und schließlich neue Seenlandschaften. Der ehemalige Tagebau Rösa entwickelte sich später zum heutigen Seelhausener See.
Der Schaufelradbagger 1942 steht damit beispielhaft für die industrielle Epoche der Region und zugleich für den tiefgreifenden landschaftlichen Wandel, der nach dem Ende des Braunkohleabbaus einsetzte.
Schaufelradbagger 1562 – „Kreissäge“ der Goitzsche
Der Schaufelradbagger 1562 gehörte zu den markanten Großgeräten im Tagebaugebiet der Goitzsche. In der Umgangssprache erhielt er schnell einen eigenen Spitznamen: „Kreissäge“. Grund dafür war das rotierende Schaufelrad, das mit seiner kreisförmigen Bewegung und dem kontinuierlichen Abtrag des Erdreichs an das gleichmäßige Arbeiten einer riesigen Säge erinnerte.
Mit jeder Umdrehung löste das Schaufelrad gewaltige Mengen Abraum und Kohle aus dem Boden. Der Bagger arbeitete im Verbund mit Förderbändern und weiteren Anlagen und war Teil eines komplexen Systems, das die Landschaft nachhaltig veränderte.
Für viele Menschen in der Region war die „Kreissäge“ nicht nur eine Maschine, sondern ein vertrautes Bild am Horizont. Ihr Einsatz steht sinnbildlich für die bergbauliche Vergangenheit der Goitzsche – eine Zeit, in der Technik und Industrie das Landschaftsbild bestimmten, bevor aus den Tagebauen nach und nach die heutige Seenlandschaft entstand.
Bagger 321 – Auf dem Weg zur Verschrottung im Sommer 1994
Im Sommer 1994 endete für den Bagger 321 ein bedeutendes Kapitel der regionalen Bergbaugeschichte. Nach Jahren des Einsatzes im Tagebau machte sich die Maschine auf ihren letzten Weg – nicht mehr zur Abraumgewinnung, sondern zur Verschrottung.
Der Abtransport solcher Großgeräte war stets ein eindrucksvolles Ereignis. Die massiven Stahlkonstruktionen, die zuvor unermüdlich Erde und Kohle bewegt hatten, wurden demontiert oder über vorbereitete Trassen zu ihrem endgültigen Bestimmungsort gebracht. Für viele Beobachter symbolisierte dieser Moment mehr als nur das Ende einer Maschine – er stand für das Auslaufen einer ganzen Industrieepoche in der Region.
Mit dem Rückbau der Tagebautechnik begann zugleich der landschaftliche und strukturelle Wandel. Wo einst Förderanlagen und Bagger das Bild bestimmten, entstanden in den folgenden Jahren neue Seen und Erholungsgebiete. Der Weg des Baggers 321 zur Verschrottung markierte somit auch den Übergang von der aktiven Bergbauzeit hin zur heutigen Seenlandschaft.
Absetzer 1009 im Einsatz nahe des heutigen Pegelturms
Der Absetzer 1009 arbeitete einst in unmittelbarer Nähe des heutigen Pegelturms an der B100 zwischen Mühlbeck und Bitterfeld. Zu Zeiten des aktiven Braunkohleabbaus prägten gewaltige Maschinen wie dieser Absetzer das Landschaftsbild der Region.
Seine Aufgabe bestand darin, die zuvor von Schaufelradbaggern geförderten Abraummassen aufzunehmen und auf Kippenflächen gezielt wieder abzusetzen. Im kontinuierlichen Betrieb entstanden so neue Geländestrukturen, während sich der Tagebau schrittweise weiterentwickelte.
Wo heute der Pegelturm als Wahrzeichen an der Goitzsche steht und Besucher den Blick über den See genießen, war einst eine von Technik und Förderanlagen dominierte Arbeitslandschaft. Der Einsatz des Absetzers 1009 in diesem Bereich verdeutlicht eindrucksvoll, wie tiefgreifend sich das Gebiet im Zuge des Strukturwandels verändert hat.
Absetzer 1060 im Einsatz am Rand von Mühlbeck
Der Absetzer 1060 war eines der prägenden Großgeräte im Tagebaugebiet rund um Mühlbeck. Am Rand des damaligen Abbaugebietes im Einsatz, übernahm er die Aufgabe, gewaltige Mengen Abraum aufzunehmen und gezielt wieder abzusetzen. Damit war er ein zentrales Bindeglied im technischen Ablauf des Tagebaus.
Im Zusammenspiel mit Schaufelradbaggern und Förderbandanlagen sorgte der Absetzer 1060 dafür, dass das abgetragene Erdreich systematisch auf Kippenflächen verteilt wurde. So entstanden neue Geländestrukturen, während an anderer Stelle weiter Kohle gefördert wurde. Diese kontinuierliche Umformung prägte das Landschaftsbild über viele Jahre hinweg.
Heute erinnert kaum noch etwas an die gewaltigen Dimensionen der damaligen Technik. Wo der Absetzer 1060 einst arbeitete, befinden sich rekultivierte Flächen und Teile der heutigen Goitzsche-Seenlandschaft. Sein Einsatz steht exemplarisch für die industrielle Vergangenheit der Region und den tiefgreifenden Wandel, der daraus hervorging.
Schaufel des russischen Schreitbaggers ESCH 1070 – Halbinsel Pouch
Auf der Halbinsel Pouch befindet sich die imposante Schaufel des russischen elektrischen Schreitbaggers ESCH 1070 – ein eindrucksvolles Relikt aus der Zeit des Braunkohleabbaus. Bereits für sich genommen wirkt die massive Stahlkonstruktion gewaltig und lässt die Dimensionen der damaligen Tagebautechnik erahnen.
Der ESCH 1070 war als sogenannter Schreitbagger konzipiert, der sich mithilfe hydraulischer Hubmechanismen schrittweise fortbewegte. Seine Schaufel diente dem Abtrag großer Abraummengen und war auf maximale Belastbarkeit ausgelegt.
Das zweite Bild verdeutlicht besonders anschaulich die enorme Größe der Schaufel: Im direkten Größenvergleich mit Personen wird deutlich, welche Dimensionen diese Technik hatte. Was heute wie ein technisches Denkmal wirkt, war einst Teil eines leistungsstarken Arbeitsgerätes, das die Landschaft der Goitzsche nachhaltig veränderte.









